Im heißen Linzgauderby fertigt ein hochmotivierter FC RW Salem den SC Pfullendorf satt mit 3:0 ab

Im heißen Linzgauderby fertigt ein hochmotivierter FC RW Salem den SC Pfullendorf satt mit 3:0 ab

Salems Coach Adnan Sijaric freut sich vor 1200 Zuschauern über den gesicherten Verbandsligaverbleib, SCP-Trainer Miro Topalusic moniert die eigene Unreife.

Fußball-Verbandsliga: FC RW SalemSC Pfullendorf 3:0 (2:0). – Frenetischer Jubel brandete nach Schlusspfiff auf. „Derbysieger, Derbysieger, hey, hey“, skandierten Salemer Fans mit ihren Spielern ausgelassen bei einem Freudentänzchen auf dem Rasengrün. Mit 3:0 fertigte der FC RW Salem den SC Pfullendorf in überzeugender Manier ab. Starken Beifall gab es für RW-Trainer Adnan Sijaric bei der Pressekonferenz im kleinen Jubiläums-Festzelt zum 50-jährigen Bestehen: „Wir sind alle happy, der Klassenerhalt dürfte gesichert sein. Wir haben alles gut wegverteidigt und die Umschaltmomente zu nutzen gewusst. Vor meinen Jungs kann ich nur den Hut ziehen, sie geben alles!“

Vor imposanter Zuschauerkulisse sind die Verhältnisse schnell geklärt

Vor einer imposanten, stimmungsvollen Zuschauerkulisse mit 1200 Besuchern im Schlossseestadion waren die Verhältnisse schnell geklärt. Die Unteren gaben gegen die Oberen Linzgauer den Takt an, Salem setzte die entscheidenden Akzente. Klar, auch dem SC Pfullendorf gelangen zeitweilig gefällige Ballpassagen. Doch bis auf jene Szene in der 9. Minute, in der ihr Angreifer Jan Babic im Strafraum zu Fall kam, „womöglich elfmeterreif“, wie SCP-Coach Miro Topalusic anmerkte, entgegen des Abseits anzeigenden Unparteiischen, versandeten ihre Aktionen in Strafraumnähe buchstäblich im Nichts. Zweikampfstark wussten sich die Salemer im Abwehrverhalten zu behaupten, ruckzuck trugen sie über die Flügel das Leder in Windeseile nach vorn. Max Wimmer hätte gleich zu Beginn einen von Esref Metin Su servierten Eckball zum Führungstor ummünzen können. Nach 20 Minuten war es aber so weit: Über Andreas Romeo und den sich durchtankenden Su gelangte die Vorlage zu Benedikt Sorg, der blank zum 1:0 einlochte.

Kabinettstück der Extraklasse

Nach knapp einer halben Stunde zeigte Paul Strauß auf der rechten Flanke ein Kabinettstückchen der Extraklasse: Noch vor der Mittellinie adressierte er das Leder in präziser Flugbahn aufs Pfullendorfer Tor, es flog über den zu weit vor dem Gehäuse postierten Schlussmann Nino Trost hinweg zum 2:0 in den linken Winkel, wow! – die Fans reagierten entzückt. Paul Strauß wurde am Ende vom Verein für seine Tüchtigkeit zum „Man of the Match“ gekürt.

Gewiss zeigte sich der SCP bemüht, dem Derby im zweiten Durchgang noch eine Wendung zu geben. Kapitän Heiko Behr rackerte lauffreudig und unermüdlich in der Mittelachse von hinten bis vorn. Tim Konrad zog zumeist zwei Gegenspieler auf sich. David Fritz fasste sich ein Herz und zog zweimal aus der Distanz ab. Sein erster Ball zischte am rechten Pfosten vorbei, der zweite brachte den ansonsten nahezu beschäftigungslosen Salemer Tormann Ronny Klockner fast in Verlegenheit. Ansonsten gelang nichts Zwingendes. Weitaus mehr Wirkungskraft besaßen die Konterschläge der Heimelf. Timo Senn ließ nach 63 Minuten einen Lattenkracher hören und nach 72 Minuten jagte er das Spielgerät aus 35 Metern zum 3:0 in die Maschen, die Gastgeber waren einem höheren Erfolg deutlich näher. Miro Topalusic nahm nach der Pleite des Sportclubs kein Blatt vor den Mund, setzte sein Team mit einer Jugendcombo gleich, die gegen eine „abgezockte Erwachsenenmannschaft zu naiv“ aufgetreten sei. „Wir waren in den Zweikämpfen nicht griffig genug, haben zu viele Fehler im Spielaufbau gemacht und konnten gegnerische Konter nicht unterbinden“, sagte er selbstkritisch, von seiner Formation habe er keine einzige hochkarätige Torchance gesehen. Missmutig reagierten auch einige SCP-Funktionäre über den Auftritt.

FC RW Salem: Klockner – Müller (80. Yanarsavk), Wimmer, Walter, M. Strauß – P. Strauß, Romeo, Senn (82. Franc), Su (77. Bojaj) – Fetic (69. Kane), Sorg (62. Cakiqi). – SC Pfullendorf: Trost – Sigel, Franca, J. Konrad, Török – Fritz – Binder (46. Bühler, 63. Schlegel), Stehle, Behr, T. Konrad – Babic. – Tore: 1:0 (20.) Sorg, 2:0 (32.) P. Strauß, 3:0 (72.) Senn. – SR: Züfle (Radolfzell). – Z: 1200.

Jürgen Witt, Südkurier