In einem verrückten Linzgau-Derby schlägt der SC Pfullendorf seinen Rivalen FC RW Salem mit 4:1
Die Gäste lassen über ein halbes Dutzend bester Torgelegenheiten aus und werden am Ende von leidenschaftlich kämpfenden Pfullendorfern deutlich bezwungen.
Fußball, Verbandsliga: SC Pfullendorf – FC RW Salem 4:1 (2:0). – In einem packenden Linzgau-Derby voller Kuriositäten begann der SCP mit gefälligem Kurzpass-Spiel, doch dann übernahmen die Salemer ballsicher und dominant die Regie, brachten mit ihrer n brandgefährlicher Offensive die Pfullendorfer Hintermannschaft mächtig ins Schwitzen: Einen Hochkaräter von Arian Bojaj lenkte SCP-Abwehrchef Jan Konrad zur Ecke ab, bei einer Chance von Zie Ibrahim Cyril Kane war SCP-Torwart Jakob Ernst zur Stelle, der ebenso einen Freistoß von Timo Senn aus spitzem Winkel parierte. Auch Alessio Seminara bereinigte in höchster Not eine weitere Chance von Kane. 20 Minuten beherrschte Rot-Weiß Salem die Szenerie.
Statt einer klaren Gästeführung wurde das Geschehen in der 29. Minute förmlich auf den Kopf gestellt: Marco Straub, der kurz zuvor eine gute Torgelegenheit besaß, lochte mit strammem Abschluss ein Zuspiel von Ben Franca zum Pfullendorfer 1:0 ein. Der Torschütze war außerdem Vorlagengeber für Alessio Seminara, der in der 36. Minute das 2:0 über die Torlinie stocherte. Die Salemer sahen zuvor einen Verstoß gegen Fairplay.
Zu Beginn des zweiten Durchgangs sorgten überkandidelte SCP-Fans durch das Abbrennen von Pyrotechnik für eine minutenlange Spielunterbrechung. Das ganze Stadion wurde in dicken Nebelrauch eingehüllt. Als die Nebelwand abzog, kam Salem in der 60. Minute zurück. Senn verkürzte durch ein Freistoßtor aus 20 Metern auf 2:1. Anschließend verpasste Salems Kane mehrfach den möglichen Ausgleich.
Pfullendorfs Coach Alexander bewies mit seinen Einwechslungen ein glückliches Händchen. Die eingetauschten Marcel Klein und Doli Dialundama zeigten sofortige Wirkung. Klein legte zwei Mal für Dialundama auf, der auf und davonjagte, als Doppeltorschütze nach 72 Minuten zum 3:1 traf und in der Nachspielzeit noch das von krachendem Feuerwerk begleitete und frenetisch gefeierte 4:1 besorgte.
„Salem ist eine gute Mannschaft, hat in Summe mehr Chancen gehabt. Doch wir haben mit Leidenschaft dagegengehalten“, freute sich SCP-Coach Alexander Eberhart über den gelungenen Coup. Sein Salemer Kollege Adnan Sijaric fand das Endresultat bitter: „Spielerisch bin ich hochzufrieden, Fußball hat hier nur der FC RW Salem gespielt. Es muss 4:0 für uns stehen, bevor der SCP das 1:0 macht. Das hat uns bis zur Pause den Zahn gezogen. Unser einziges Manko: Wir lassen zu viele Torchancen liegen!“
SC Pfullendorf: Ernst – Sigel, Konrad, B. Franca – Seminara, Fritz, Behr, Bühler (70. Imani) – Slawig (70. Dialundama), Stehle (65. Klein) – Straub (87. Cheick Oumar). – FC RW Salem: Klockner – Bojaj (75. Müller), Walter (81. Mersinlioglu), Wimmer, M. Strauß – Senn, Romeo – P. Strauß, S. Strauß (46. Phiaphakdy) – Kane, Fetic. – Tore: 1:0 (29.) Straub, 2:0 (36.) Seminara, 2:1 (57.) Senn, 3:1 (71.) Dialundama, 4:1 (90.+3) Dialundama. – SR: Morat (Bad Dürrheim). – Z: 650. – Bes. Vork.: Gelb-Rot (70.) Adnan Sijaric (Trainer Rot-Weiß Salem).
Jürgen Witt, Südkurier




