SC Pfullendorf verliert seine letzte saisonale Heimpartie in der Nachspielzeit gegen Linx
Linzgauer vergeben gute Tormöglichkeiten und müssen sich am Ende den aufbegehrenden Mittelbadenern beugen, die ihren fünften Sieg in Folge einfahren.
Fußball, Verbandsliga: SC Pfullendorf – SV Linx 1:2 (1:1). – Der bittere Kelch wurde dem SC Pfullendorf in der Nachspielzeit überreicht, als Tohuwabohu im eigenen Strafraum herrschte: Das von SCP-Torsteher Nino Trost abgewehrte Leder landete beim Linxer Louis Leberer, der leitete zu Mathieu Crouzat weiter – das 1:2. „Klares Abseits“, zog Pfullendorfs Coach Miro Topalusic sein Resümee zum unglücklichen, bitteren Spielausgang bei der letzten saisonalen Heimvorstellung. „Wir haben gute Ansätze gezeigt und gute spielerische Lösungen gefunden!“
SCP-Niederlage trotz guter Ansätze und guter spielerischer Lösungen
Unter hochsommerlichen Temperaturen sorgten allerdings die Gäste für den ersten Aufreger gleich zu Beginn: David Assenmacher servierte seinen Eckball auf den Kopf von Kareem Al Yahya, SCP-Abwehrchef Jan Konrad bereinigte den Ball auf der Torlinie. Auf der Gegenseite tankte sich Alex Török über die linke Flanke durch und Leandro Stehle lochte überlegt zum 1:0 ein. Die Linxer Angreifer wirkten bei ihren Gegenzügen oftmals zu unentschlossen. Sie profitierten jedoch davon, dass Assenmacher im Laufduell mit Ben Franca zu Fall kam. Per Strafstoß egalisierte Rayane Zaid Bokemia zum 1:1-Pausenstand. Jan Babic hätte diesen nochmals korrigieren können, was der Linxer Schlussmann Esteban Jean Camillien mit glänzender Parade zu verhindern wusste.
Nach dem Seitenwechsel Linx mit deutlich größeren Spielanteilen
Im zweiten Durchgang besaßen die Mittelbadener die deutlich größeren Spielanteile. Gleichwohl gab es Pfullendorfer Chancen: Stehle setzte ein Zuspiel von Tim Konrad an die Querlatte und Jan Babic steuerte in der 78. Minute allein auf den Linxer Keeper zu und blieb prompt an ihm hängen – „eine Tausendprozentige“, so Topalusic.
Sinan Gülsoy, Trainer des SV Linx, sah am Ende einen verdienten Sieg, den fünften in Folge: „Wir hatten den Gegner weitgehend unter Kontrolle gehabt, waren nach der Pause überlegen und hätten bei optimaler Ausbeute auch mit 6:3 gewinnen können. Mein Respekt geht aber an beide Teams, die bei hohen Temperaturen alles gegeben haben!“
SCP-Spieler liebäugeln offenbar mit Vereinswechsel
Beim SC Pfullendorf könnte der Weggang von Tim Konrad zum Oberligisten FV Ravensburg womöglich eine Lawine auslösen. Weitere Akteure, die sich für zwei Jahre, also auch für die Saison 2026/27 verpflichtet haben, liebäugeln offenbar damit. Sie haben in ihrer Vertragsklausel drinstehen, dass ein Wechsel zu höherklassigen Vereinen möglich ist. So soll Torsteher Nino Trost beim SSV Reutlingen im Gespräch sein. Auch David Fritz würde nicht abgeneigt sein, seinen Heimatverein zu verlassen. Bei Stürmer Jan Babic sei bis dato nichts entschieden, er wird aber wohl noch ein weiteres Probetraining beim FC 08 Villingen absolvieren. Gut informierte Kreise berichten, dass es in Spielerkreisen derzeit heftig rumort, die interne Stimmung ziemlich angekratzt sei.
SC Pfullendorf: Trost – Sigel (81. Straub), Franca, J. Konrad, Török – Fritz – Seminara, Stehle (83. Koller), Behr, T. Konrad – Babic (90.+3 Schlegel). – Tore: 1:0 (29.) Stehle, 1:1 (41./FE) Boukemia, 1:2 (90.+3) Crouzat. – SR: Schmidt (Obereisesheim). – Z: 150.
Jürgen Witt, Südkurier




