SCP weist im Derby den 1. FC Rielasingen-Arlen mit 4:0 rauschend in die Schranken

SC Pfullendorf weist im Derby den 1. FC Rielasingen-Arlen mit 4:0 rauschend in die Schranken

Linzgauer brauchten bis zur Pause bei zwei guten Hegauer Torchancen ein Quäntchen Glück. Dann krönten sie ihre überragende Leistung mit einem klaren Heimerfolg.

Fußball, Verbandsliga: SC Pfullendorf1. FC Rielasingen-Arlen 4:0 (1:0). – „Was gibt es für einen Fußballer Schöneres, als solch ein Derby mit 4:0 zu gewinnen“, sprach Pfullendorfs Coach Alexander Eberhart von einer „überragenden Leistung“ seiner Elf. „Wir waren immer kompakt, haben die schnellen Spieler des Gegners nicht ins Spiel kommen lassen und waren nach dem 2:0 gierig bis zum Schluss“, fasste er einen fürwahr erstaunlichen Ablauf zusammen. Anzeichen dafür gab in der ersten halben Stunde dieses munter geführten Duells nicht, es stand ganz im Zeichen zweier sicherer Abwehrreihen.

Nick Zimmermann und Leandro Stehle brechen den Bann

Den Bann brachen Nick Zimmerer und Leandro Stehle über eine sehenswerte Ballstafette, die den mitlaufenden Marcel Klein bediente, dessen satter Schuss aus 19 Metern flog nach 32 Minuten zum 1:0 ins kurze Eck. Die Hegauer hätten im unmittelbaren Gegenzug gleichziehen können: John Schmidtke tankte sich aus 30 Metern durch, er hatte bereits den Pfullendorfer Torsteher Jakob Ernst überlupft, doch der von hinten heranstürzende SCP-Abwehrchef Jan Konrad kratzte das Leder im letzten Moment von der Torlinie. Gleich darauf setzte Schmidtke seinen Kollegen Nico Kunze aussichtsreich in Szene, der junge SCP-Tormann bereinigte in bravouröser Manier diese heikle Situation. Benjamin Winterhalder, Trainer des 1. FC Rielasingen-Arlen, haderte hinterher mit der eigenen Chancenauswertung: „Wenn wir bis zur Pause das 1:1 machen oder sogar in Führung gehen, gibt es ein ganz anderes Spiel!“ Auch der SCP-Coach bekannte ein diesbezügliches Quäntchen Glück.

  1. FC Rielasingen-Arlen wird nach der Pause überrollt

Die Hegauer kamen nach der Pause zunächst druckvoller aus der Kabine, doch die SCP-Defensive stand wie eine Eins. Für verbesserungswürdig hielt der Gästetrainer hernach das Abwehrverhalten seiner Elf, konstatierte eine individuelle Fehlerquote, die sich der SCP gut zunutze machte. So bereitete Leandro Stehle, kurz zuvor noch an der Fußabwehr des Rielasinger Schlussmanns Tim Reitze gescheitert, den nächsten Pfullendorfer Angriffszug vor und lieferte seine Kopfballvorlage für Kapitän Heiko Behr, der in der 54. Minute auf 2:0 erhöhte. Dann griff der Rielasinger Danny Berger gegen den in den Sechzehner eindringenden Behr zur Notbremse, sah als letzter Mann die Rote Karte. Den Strafstoß verwandelte David Fritz sicher zum 3:0. Jetzt befand sich der SCP voller Elan endgültig auf der Siegerstraße. Zum Schluss setzte Vincent Bühler noch einen drauf: Sein unkontrolliert abgewehrter Flankenschlag bediente Doli Dialundama, von ihm prallte das Leder ohne eigenes Zutun zum 4:0-Endstand in den Winkel. Der erste Heimsieg nach zehn Jahren über den starken Nachbarrivalen brachte nicht nur den eigenen Fananhang aus dem Häuschen, auch das Sportclub-Team fühlte sich zum Rasentänzchen animiert und stimmte ein lautstarkes „Derbysieger, hey, hey“ an. (jüw)

SC Pfullendorf: Ernst – Sigel, Konrad, B. Franca – Seminara (72. Moser), Fritz, Klein (85. Schlegel), Imani (65. Bühler) – Behr, Zimmerer (76. Dialundama) – Stehle (85. Momo). – 1. FC Rielasingen-Arlen: Reitze – Matt Fernandez, Berger, Camdzic, M. Ernst – Zidan, Schmidtke (80. Elhan Ljatifi) – Wellhäuser (62. Christiansen), Kunze (62. Djelili), B. Ernst (72. Kipka) – Biller (80. Adler). – Tore: 1:0 (32.) Klein, 2:0 (54.) Behr, 3:0 (59./FE) Fritz, 4:0 (84.) Dialundama. – SR: Schulz (Heitersheim). – Z: 240. – Bes. Vorkomn.: Rot für Berger/Rielasingen (58., wg. Notbremse).

Jürgen Witt, Südkurier