Der Neue beim SCP ist ein alter Bekannter – Miro Topalusic

Der Neue beim SC Pfullendorf ist ein alter Bekannter

Trainer Miroslav Topalusic ist kein Unbekannter für den SC Pfullendorf. Schon in den 1990er-Jahren war der heute 56-Jährige für die Linzgauer aktiv.

Mit Miroslav Topalusic hat der SC Pfullendorf seine Trainerbaustelle auf die Schnelle wieder schließen können, nachdem sein Vorgänger Helgi Kolvidsson wegen beruflicher Überbelastung über die Winterpause so abrupt abgetreten war. „Da muss ich mich bei meinen Assistenten Joe Hatzing und Jose Vadakkekara bedanken, ohne ihre Unterstützung hätte ich es nicht gemacht“, räumt der 56-Jährige freimütig ein, der sich nicht in der Chefrolle, sondern als Teil eines Trainerteams sieht. Den Draht zu ihm hatte der neue Sportliche Leiter des SCP, Mario Campregher, geknüpft, mit dem er in dieser Funktion beim FC Mengen eng zusammengearbeitet hat und auch eng befreundet ist.

Chemie muss stimmen

Für anderthalb Jahre hat er sich beim Sportclub gebunden, gleichwohl unter der Prämisse, dass die Chemie stimmt: „Es geht um den Verein und nicht um mich!“ Miro Topalusic ist sich seiner großen Verantwortung bewusst, es bedürfe enormer Anstrengungen, damit sein Auftrag, die Jungs weiterzuentwickeln, den gewünschten Resonanzboden findet. „Es ist doch schön, solche Dinge vorzuleben“, sagt der Mann voller Tatendrang und zugleich darüber sinnierend, ob er vielleicht sein eigenes Temperament etwas zügeln müsse. Auf jeden Fall ist er kein Trainernovize auf Verbandsligaebene, in dieser Spielklasse hat er schon den württembergischen FV Biberach gecoacht. So bleibt als Manko vorübergehend: Die südbadischen Mannschaften müsse er erst kennenlernen.

Als Dreijähriger aus Kroatien gekommen

Als dreijähriger Steppke war Miro Topalusic mit seinen Eltern aus Kroatien nach Stuttgart gekommen. Der Fußball sei für ihn als Emigrantenkind das einzige Lebenselixier gewesen. So kickte er als Jugendlicher auf Roter Erde bei der SG Stuttgart-West, ehe er im A-Jugendalter beim TSV Plattenhardt anheuerte, der damals höchste Jugendweihen ansteuerte. Im ersten Aktivenjahr ging es zum Landesligisten TV Oeffingen.

1992 lief ihm ein Spielervermittler über den Weg, der ihm ein Engagement beim drittklassigen Oberligisten SC Pfullendorf unter dem „positiv verrückten“ Manager Hans-Hermann Krane schmackhaft machte. „Das war eine andere Welt, meine schönste Zeit“, blickt er auf sein dreijähriges Intermezzo bis 1995 zurück. Stärkste Eindrücke hinterließ bei ihm der Ex-Profi und Trainer Kurt Niedermayer. In der Innenverteidigung spielte er mit Helgi Kolvidsson zusammen. Miterleben durfte er auch, wie der SCP in heftige Turbulenzen geriet, die erst in einem saisonalen Höhenflug und darauffolgenden Absturz unter Trainer Jörg Goldmann mündeten, der mit dem sofortigen Wiederaufstieg in die Oberliga jedoch sogleich wieder repariert werden konnte. „Keinen Kommentar“ gibt er zum damaligen Aufstiegstrainer Reiner Scheu ab, was ihn aber dazu bewog, sich dem Regionalligisten SpVgg Ludwigsburg anzuschließen. Dort wurde er sogleich wieder Stammspieler, bis ihn eine Meniskusverletzung mit Knorpelschaden eine anderthalbjährige Zwangspause abnötigte. Im Anschluss ging er dann zum Oberliga-Aufsteiger FV Ravensburg, ehe er beim FV Bad Saulgau seine Spielerkarriere ausklingen ließ und beim SV Hoßkirch als Spielertrainer erste Gehversuche in neuer Passion unternahm. Als Topverhältnis sieht er seine Landesligastationen beim FC Ostrach und FC Mengen an, obgleich ihm Abnützungserscheinungen nach fünf Jahren durchaus bewusstwurden, weshalb er zuletzt eine zweieinhalbjährige Pause eingelegt hat.

Klassenerhalt als oberstes Ziel

Aber nun freut er sich auf eine neue Epoche beim SCP. In seiner Zielorientierung gibt es für ihn nur eine Priorität: „Wir sind noch nicht durch. Wir brauchen 40 Punkte zum Ligaverbleib, dann können wir gewisse Sachen ausprobieren!“

Jürgen Witt, Südkurier